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Der erste Spaziergang

Innenstadt-Quartieri spagnoli-Via Toledo-Via Chiaia-Piazza dei martiri-Villa Communale-Strandpromenade-Castel Uovo-Piazza Plebiscito-Palazzo Reale.

So. Sie sind also angekommen im schönen Neapel. Wahrscheinlich mit dem Flieger oder mit der Bahn. Jedenfalls haben Sie sich schon gewundert oder geärgert über den Verkehr hier.

Zunächst möchte ich nur nochmal anmerken, dass hier keinerlei Vollständigkeit behauptet wird. Kaufen Sie sich auch noch einen Reiseführer um dies und jenes nachlesen zu können, wenn Sie es wollen und eine Karte, da die in den Reiseführern meist schlecht sind. Und wir auch kleinere Gassen betreten. Es geht mir hier eher um Atmosphärisches, denn um eine Reiseführung klassischer Natur.

Als Ausgangspunkt des Spazierganges, der gemütlich und mit Pausen so ca. einen Nachmittag oder ca. 3 h dauert möchte ich die Piazza Gesu´ Nuovo verwenden. Sie liegt sehr zentral in der Nähe der Chiesa S. Chiara, die mit dem Dom das größte Gotteshaus Neapels ist.

Von hier aus gehen Sie die calata trinita`maggiore hinunter. Leicht zu finden, weil es die einzige Straße ist die hier bergab geht. Wenn Sie Hunger haben ist am Ende der Straße auf der linken Seite einer der besten Läden für Essen auf die Hand. Aber nicht dieser Möchtegern-McDonalds, sondern weiter unten ein kleiner unscheinbarer Laden.

Sie überqueren die große Straße. Fassen Sie sich ein Herz, gehen Sie einfach zu. Nur nicht zu zögerlich. Im Allgemeinen hält sich hier zwar niemand groß an Verkehrsregeln, aber es wird auch niemand überfahren nur weil da nicht irgendwelche Leuchten am Straßenrand oder Streifen auf dem Boden sind. Auf der anderen Seite ist ein Platz, der bergauf geht und unten steht ein schöner kleiner Brunnen. Wenn Sie sich nun vor den Brunnen stellen sehen Sie auf der anderen Straßenseite rechts die Kunstfakultät. Von aussen eher unscheinbar verfügt sie über einen sehr schönen Innenhof.

So nun bergan. Das Gebäude am Ende des Platzes, hier gibt’s übrigens auch eine ganz nette Bar mit Musik und eine Trattoria, sind die Carabinieri, die hier in Ihre schneidigen Alfas hüpfen.

So. Am Ende des Platzes rechts durch die Gebäude durch und dann gradeaus bis auf die große Straße.

Wenn Sie an der Straße angelangt sind, dann wenden Sie sich links nach unten. Die Straße heisst Via Toledo.

Via Toledo und Quartieri Spagnoli
Die Via Toledo, Fußgängerzone und berühmteste Einkaufstraße in Neapel. Rechts von Ihnen wuchern nun die Quartieri Spagnoli den Berg hinauf. Die höchste Einwohnerdichte der Welt will man hier gemessen haben. Jedenfalls ist es mehr als malerisch dieses Stadtviertel, das einst von den Spaniern gebaut wurde. Alles ist sehr eng und spannend und sie können getrost einen kleinen Abstecher hinein machen. Nehmen Sie aber Ihre Karte mit, damit Sie sich nicht verlaufen und führen Sie sich nicht allzu sehr als Tourist auf. Will heißen, schreiben Sie sich nicht auf die Stirn: „Bitte ausrauben“.

Wenn Sie die Via Toledo weitergehen oder wieder auf sie zurückkommen,flanieren Sie ein bisschen auf ihr umher und beachten Sie am Ende auf der linken Seite die Galleria Umberto. In ihr sind auch Geschäfte. Sie ist ein Nachbau nach der Galeria in Mailand.

Sie sind nun also am Ende der Via Toledo angelangt und haben sich eine Pause verdient. Wenn Sie geradeaus Richtung Meer gehen, sehen Sie in der Mitte der Straße einen wunderschönen Brunnen, dahinter den Palazzo Reale, den Königspalast in der Stadt, dann kommt auf der rechten Seite eines der berühmtesten Cafe´s Neapels.

Auch gegenüber ist ein Cafe. Es heisst Cafe´ al Professore. Wenn es Sommer ist und heiss, dann kaufen Sie sich einen Cafe`ghiacciato, Cafe ist hier der Espresso und ghiacciato heisst vereist. Einfach kalt, wenn Sie Glück haben, dann hat er noch eine feine Eisschicht obendrauf. Der Cafe´der ohnehin der allerbest der Welt ist und der ghiacciato ist noch öliger.

Ausgeruht? Dann geht’s weiter. Nicht geradeaus über die Straße auf den großen Platz. Den sehen wir später, sondern wieder zurück ein paar Meter, bis es nun links in die Via Chiaia geht. Eine sehr schöne Fußgängerzone. Gehen Sie sie entlang bis sie nur noch links können. Hier im Eck ist Neapels edelstes Kino. Dann einfach die Straße weiter bis Sie auf einen wunderschönen kleinen Platz kommen, wo sich die Geschäfte der edlen Marken tummeln und Sie merken wie schön Neapel sein könnte. Links geht es von der via chiaia immer mal Treppen rauf. So kleine nette, die man ausprobieren kann. Ganz auf den Hügel, den man nun auch umgangen hat kommt man nicht, weil da eine Militäreinrichtung ist. Eine Akademie.

Der Platz heisst „piazza die martiri“. Dann einfach geradeaus weiter. Die Via Calabritto auf die Piazza vittoria. Und gerade aus und man ist am Meer. Am Lungomare zwischen Neapel und Mergellina. Man kann sich lässig an die Brüstung lehnen und ein bisschen das Meer anschauen.

Sie könnnen jetzt noch in die Villa Communale gehen. Das ist der Park, der sich jetzt, wenn Sie mit dem Rücken zum Meer stehen, zur Rechten erstreckt. Er ist erst seit ein paar Jahren wieder eröffnet und hat in seiner Mitte ein Institut, das für einen ganzen Haufen Nobelpreisträger verantwortlich zeichnet. Der Park ist schön angelegt. Und Sie können ein bisschen darin umherwandern bevor Sie wieder zum Lungomare gehen und den eigentlichen Spaziergang, italienisch giro, weitermachen.

Sie sehen links im Meer ein Castel. Das Castel d´uovo. Man sagt in seinen dicken Mauern sei ein Ei eingemauert. Wenn dieses zerbricht wird Neapel untergehen.

Um das Castel herum finden sie hervorragende, wenn auch nicht ganz günstige Restaurants und eine kleine Marina. Das Castel selbst lohnt einen kurzen Abstecher.

Wenn Sie weitergehen wollen, dann überqueren Sie die Straße und gehen Sie dort in eine Straße. Eigentlich egal. Am einfachsten nehmen Sie die Via Santa Lucia. Dann schauen Sie immer mal nach links bis Sie einen großen Platz sehen. Irgendwann können Sie sowieso nicht anders links, weil rechtsdas Meer liegt wo Sie herkommen.

Gehen sie also links zum Piazza Plebiscito. Das ist der Platz, den Sie vorher schon gesehen haben. Sie finden hier auf der einen Seite eine Nachbildung des Pantheon mit einem Säulengang ergänzt zur Linken und zur Rechten den Palazzo Reale. Alle beide sollten Sie jedenfalls besuchen. Falls Sie erschöpft sind, findet sich im kleinen Park des Palazzo sicherlich ein Plätzchen zum Ausruhen.

So und damit wäre der erste Spaziergang auch schon vorbei. Wenn man geradeausgeht, dann kommt man auf die Via Toledo auf der man gemütlich zurückgehen kann.

 

 

 

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