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Neapel- 3 Spaziergänge
Neapel kennenlernen in 3 Traumrouten.

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Neapel überwältigt.Beherzigen Sie diese Empfehlungen und fühlen Sie sich wohl. Essen, Verkehr, Fussball.

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Neapel ist kein Themenpark. Neapel ist dreckig und stupend, ist gemein und niederträchtig wie ausserordentlich und göttlich, Neapel ist eine billige Dirne und eine göttliche Diva, es vermittelt Ekel und die ursprünglichste Zuneigung, die man empfinden kann. Neapel ist Leben. Pur, schnell, laut und in allen Schattierungen.


In Neapel stehen weltbedeutende Kunstwerke und Bauten mit solch unbeachteter Selbstverständlichkeit herum, dass man nicht weiß ob man sich freuen sollte oder verzweifeln. Der beliebte deutsche Satz: „Das gehört mal hergerichtet“ verliert hier, ob der zur Schau getragenen stupenden, stolzen, atemberaubenden Grandezza jeglichen Sinn. Positiv könnte man sagen, die Stadt lebt mit der Kunst.


Sie können ein Jahr durch die Stadt spazieren und werden doch wieder Augenblicke überraschten Staunens erleben, wie architektonische Schönheiten mit einer derartigen, fast schon sozialistischen Gleichgültigkeit, der Funktion, die im Übrigen dann meist auch nicht so toll ist, unterworfen werden, dass man sagen kann sie haben eine neue Bestimmung gefunden.

Sie finden Ballsäle, die zu Studentenwgs umfunktioniert wurden, indem man einfach die Spiegel ab- oder umgehängt hat und in 8m hohe Räume 3 m hohe Wände ins Eichenparkett gespackst hat. Sie finden wertvollste Malereien in den Toreinfahrten der Paläste, die nach Erdbeben und dem Zahn der Zeit Rechnung tragend herabzubrechen drohten einfach mit Brettern nach oben festgehalten werden. Sie finden Kirchen, die in der Entwicklung von Europa wichtig waren und die im Centro Storico stehen, und die verfallen und preisgegeben werden.


Sie finden Treppenstufen und Hauseingänge von griechischen und römischen Amphitheatern, die heute als Treppen und Türen ganz normaler Häuser dienen.


Mindestens 2500 Jahre Geschichte, und das sind nur die dokumentierten, sind hier vereint, durchdringen alles, verdrängen alles und werden doch verdrängt vom hier und jetzt mit dem Verkehr, den Motorinis, und dem wunderschön rauen Singsang des Neapolitanischen, das mehr spanisch mit arabischem Einschlag gleicht, denn dem gestelzten Hochitalienisch fiorentinischer Provenienz.


Es gibt in Neapel so viel zu sehen, dass man es auch in einem Jahr nicht schafft, auch weil die Stadt selbst, allein das Herumgehen süchtig macht. Es ist so als bewege man sich laufend durch eine Filmkulisse, ein Italienfoto.


Mit Leinen über Gassen, Stöckelschuhen, Sonnenbrillen und Nahtstrumpfhosen über rauem Kopfsteinpflaster, mit Mädels, jung, dunkelhaarig, blond, rot, gesträhnt, dünn, dick, gern ein klein wenig überschminkt, übermütig lachend oder anziehend arrogant strahlend, allein, zu zweit und gern auch zu dritt auf Ihren Motorini, die an treue, zottelige, kleine Pferde aus zentralasiatischen Steppen erinnern und sie mit erstaunlicher Eleganz durch den Verkehrsdschungel tragen - überhaupt, mit diesen Motorini überall, die einfach alles transportieren, die Stadt wäre längst einem Kollapps erlegen, gäbe es sie nicht. Dem rauen lebensfrohen Gerufe der Neapolitaner.

Den kleinen quirligen Jungs, die Kaffee zu den Geschäftsleuten bringen– Vollautomat, pah! Fullservice!. Den Autos, die sich auch noch durch engste Gassen schieben und immer wieder den Frauen, die so zu dieser Stadt und diesem Land passen, dass man sicher ist, man hätte sie auch an diesem Ort vor 500, 1500, 2000 oder 2500 Jahren mit der gleichen Schönheit und Eleganz die bewundernden Blicke anziehend, hier vorbeischweben sehen.


Und so schafft man sie nicht alle, die Museen und Burgen und Paläste und Höhlen und Ruinen und Gemäldesammlungen, die in altbekannter Manier vom längst vergangenen Glanz Neapels künden, was nichts macht, den mit offenem Geist spürt man ihn ohnehin jede einzelne Sekunde, die man hier zubringt und das, was man mit offenen Augen sieht genügt.

3 Spaziergänge Neapel zu entdecken
Für Eilige aber auch zum Einstieg gibt’s im Anhang 3 Spaziergänge die Sie durch Neapel führen werden und ein paar Tipps, die ich Ihnen nicht vorenthalten will.


Es sind 3, da es sich bei Neapel um mehrere Städte in einer handelt. Und so geschieht hier leicht das Wunder, dass man in einem Spaziergang von einer halben Stunde von verfallenen Traumbauten im Centro Storico zu Plätzen kommt, die wunderschön hergerichtet sind und die einem dann zeigen wie strahlend schön Neapel sein könnte, um dann im Kopf eben jene Unentschlossenheit zurück zu lassen, ob man das eigentlich möchte.

Und so werden Sie diese Spaziergänge und Tipps auch aus dem Centro Storico hinaus nach Mergellina führen oder auf den Vomero und auf die eine oder andere Insel.

Denn in Mergellina mit dem Yachthafen ist alles mondän und so schön wie in vielen französischen Hafenstädten. Vomero, das Reichenviertel oben am Berg erinnert ein klein bisschen an Südfrankreich mit seinem palmenbestandenen Kreisverkehren und den aufgeräumten Plätzen.


Und man versteht Neapel nicht, wenn man seine Inseln nicht kennt. Ischia, Capri, Procida. Ebenso die Amalfiküste. Touristenattraktionen allesamt und doch auch das Erholungsrefugium der vermögenderen Neapolitaner und der Grund, warum man in Neapel trotz Hitze, Lärm und dem Verkehr mit entsprechendem Kapital wirklich gut leben kann.


Besuchen Sie also, die wunderschöne Insel Capri, immerhin 30 Jahre Regierungssitz des Imperium Romanum, Ischia mit den Schwefelquellen und wenn Sie´s sehr gemütlich wollen, dann fahren Sie nach Procida. Mit dem Boot eine halbe Stunde. Ein nicht überlaufenes Paradies mit kleinen Häfen, einer wunderschönen Marina, gleich neben dem Hafen und schönen Stränden.


Und wenn Sie dann im Sommer mit der Fähre um 20.00 von Procida aus nach Neapel zurückfahren, an der erleuchteten Küste entlanggleiten und der Golf , getaucht in dieses mediterrane fast fliederfarbene Licht der untergehenden Sonne sich vor Ihnen diffus fast aufzulösen scheint, dann werden Sie verstehen, warum der Legende nach der Erzengel Gabriel gefragt, was er denn als Lohn für seine neue leidige Aufgabe, ewige Versuchung der Menschen zu sein, aus dem Paradies mitnehmen wolle, sich für eben diesen Golf entschied.

Ob er wusste, dass da auch Napule`, wie Neapel in Napoletan so schön heisst, dabei ist, ist allerdings nicht überliefert.

Und noch ein Tipp zu guter Letzt: Wenn Sie von Neapel zurückfliegen dann buchen Sie sich einen Fensterplatz auf der, wenn Sie im Flugzeug Platz genommen haben rechten Seite des Fliegers. Normalerweise startet das Flugzeug dann aufs Meer hinaus und dreht eine wunderschöne Schleife über das Centro storico, Mergellina, Posilipo und dann aufs Festland. Bei Sonnenschein ein Augenschmaus. Der Zuckerhut - ein Dreck dagegen.

Viel Vergnügen!

 

 

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